Buchsbaumzünsler weiter auf dem Vormarsch

„Erste Larven des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis) sind in Sachsen bereits seit Anfang April aktiv. Angeregt worden ist ihre Aktivität und der damit verbundene Blattfraß durch die extrem milden Temperaturen, wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden mitteilte. Die Behörde warnt Gartenbesitzer und Betreiber von Parkanlagen vor dem gefräßigen Buchsbaumzünsler und befürchtet eine flächendeckende Ausbreitung in ganz Sachsen.

Neu ist, dass bereits so früh im Jahr an verschiedenen Standorten neben den überwinterten Larven auch frisch geschlüpfte Kleinstraupen beobachtet wurden. Normalerweise überwintert der Buchsbaumzünsler als Jungraupe und braucht im Frühjahr 10 Wochen bis zur Verpuppung und schließlich zum Falterflug mit der Eiablage. Dem Landesamt zufolge würden die winzigen Raupen darauf hindeuten, dass es durch den milden Winter zu einer Verschiebung in der Biologie gekommen ist und bereits im April eine erste Eiablage erfolgt sein muss.

Die gelbgrünen Raupen befinden sich aktuell in einem jungen Entwicklungsstadium und sind in der Regel noch relativ klein. Deshalb muss bei der Kontrolle der Buchsbaumpflanzen auf einen möglichen Befall genau hingeschaut werden. Neben den Raupen deuten auch einzelne zusammengesponnene Blätter auf einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler hin. Abhängig von den klimatischen Bedingungen können in der hiesigen Region bis zu vier Generationen auftreten, was zum Kahlfraß der ganzen Pflanzen führen kann.

Wer seine Buchsbäume erhalten will, sollte frühzeitig gegensteuern. Zum Schutz der Umwelt empfehlen die Pflanzenschutzexperten des LfULG Präparate mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis zu verwenden. Diese haben sich als wirksame Maßnahme in der Praxis bewährt. Im Haus- und Kleingartenbereich sind mit diesem Wirkstoff Mittel wie XenTari RaupenFrei und Lizetan Raupen- und Zünslerfrei zugelassen. Wichtig ist, dass der Einsatz mit den genannten Präparaten nur bei dauerhaften Temperaturen über 15°C und nicht unbedingt bei höchster UV-Strahlung in den Mittagsstunden erfolgt. Außerdem ist auf eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Pflanze, auch im inneren Bereich, zu achten. Weiterhin müssen die Pflanzen über das ganze Jahr hinweg regelmäßig auf einen Wiederbefall mit jungen Raupen kontrolliert werden.“

Wenn Temperaturen noch nicht dauerhaft 15°C erreichen, kann man statt dessen auch Präparate auf der Basis von Neem-,Niemöl verwenden, die im Handel erhältlich sind.

Achtung! – Finger weg von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Dimethoat (z. B.: Bi 58). Dafür gibt es europaweit keine Zulassung mehr. Eine Zuwiderhandlung stellt einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz dar und zieht ein Bußgeld nach sich.“[1]

 

[1] https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/236970

Bild: böhringer friedrich / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)

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