Düngen: Vor-und Nachteile von Blaukorn und Kompost
Im Frühjahr geht es darum, den Stickstoffbedarf der Pflanzen zum Aufbau von neuem Grün zu decken, Hornspäne und schneller wirkender Horngrieß sind dafür gut geeignet. Erstere bringt man auch aus, bevor man eine Fläche z.B. unter Sträuchern mit Rindenmulch mulcht.
Blaukorn (Nitrophoska, NPK-Dünger) und andere mineralische Volldünger wirken schnell, werden aber ebenso schnell wieder ausgewaschen. Organisch gebundene Dünger, wie auch Kompost, werden langsam durch die ganze Saison zersetzt und die Nährstoffe stehen dann fließend zur Verfügung.
Wenn man auf mineralische Volldünger nicht verzichten möchte, sollte man Blaukorn Novatec verwenden, da es umweltverträglicher ist als Blaukorn mit reinem Nitrat-Stickstoff, der zudem, wie auch Phosphat, im Gartenboden meist ausreichend vorhanden ist. Wenn man kritischer hinschaut, sind Mineraldünger, ein u.a. aus Luftstickstoff hergestelltes Chemieprodukt, eine Last für den Nährstoffkreislauf mit Folgen wie Grundwasserbelastung, Überdüngung (Eutrophierung) von Gewässern etc. und sollten durch umweltfreundlichere Dünger ersetzt werden. Bei besonders geringem Preis besteht auch die Wahrscheinlichkeit, dass mit Schwermetallen belastetes Phosphat enthalten ist, das sich dann auch im Boden und im angebauten Obst und Gemüse anreichern könnte. Bei Kombination von verschiedenen Düngemitteln muss man vorsichtig sein, da sich Düngesalze in Gase umwandeln können, oder nicht verfügbar gebunden werden.
Ein großer Vorteil von Blaukorn, bzw. mineralischen Kunstdüngern generell, ist die schnelle Wirksamkeit, z.B. wenn eine Pflanze dringend Nährstoffe benötigt, auch die Düngung der Zwiebelblumen, die ja nur kurze Zeit Nährstoffe aufnehmen oder auch zur Unterstützung remontierender Stauden bei der erneuten Blütenbildung im Sommer nach Entfernen der verblühten Blütenstände. Allerdings kann es im Boden auch schnell zu einem chemischen Ungleichgewicht kommen. Es wird empfohlen, alle paar Jahre den Boden zu testen, z.B. mit Schnelltests oder im Labor, denn statt eines Volldüngers ist es besser Spezialdünger zu verwenden, also angepasst an die Bedürfnisse der verschiedenen Pflanzengruppen.
Kompost ist ideal zur Grunddüngung von fast allen Pflanzen im Garten. Das Bodenleben wird gefördert. Im Kompost sind die Mineralien organisch gebunden und werden so nicht ausgewaschen. Denn besonders auf Sandböden ist das ein Problem. Kompost verbessert das Speichervermögen des Bodens. Nur die starkzehrenden Gemüsesorten, also Tomaten, Kohlarten, Salat, Gurken etc. brauchen noch eine Extraportion Stickstoff zusätzlich (z.B. etwas Hornmehl im Frühsommer).
Der pH-Wert von Kompost liegt im leicht basischen Bereich, daher ist er für kalkempfindliche Pflanzen, bzw. die sauren Boden brauchen, nicht geeignet.
Auch wenn das Umsetzen und Sieben der verrotteten Gartenabfälle Mühe macht, so entfällt doch die lästige Entsorgung großer Mengen.
Fazit: wer nur mit Blaukorn u.a. Mineraldüngern düngt, verschlechtert die Bodenstruktur durch Verminderung des Bodenlebens und den Abbau von Humus. Dadurch stehen Nährstoffe und Wasser schlechter zur Verfügung und der Boden ist für die Pflanzen schlechter zu durchwurzeln. Besser für Mensch, Boden und Umwelt sind nachhaltige organische Dünger bzw. Kompost.